Die hedonistische Revolte, der Aufbruch, die sich in Hujars Porträts der Sechziger- und Siebzigerjahre spiegeln, stimmen nostalgisch. Seine Bilder atmen die Aufbruchsstimmung, den Hedonismus und das Freiheitsgefühl, das die queere Subkultur nach dem Stonewall-Aufstand 1969 in New York erlebte. In diesen Aufnahmen ist zugleich ein New York vor dem Vergessen bewahrt, das durch die Gentrifizierung lange schon verschwunden ist, und eine Kunstszene und Bohéme, die innerhalb weniger Jahre durch Aids einen wahren Kahlschlag erlebte. Mit vielen dieser Menschen war Hujar befreundet, und er hat sie in seiner karg möblierten Wohnung im East Village, die auch als Atelier diente, fotografiert – wie etwa den Künstler Paul Thek, die Schauspielerin und Kolumnistin Cookie Mueller und seinen kurzzeitigen Geliebten, den Künstler, Schriftsteller und Aids-Aktivisten David Wojnarowicz.

