In den frühen Achtzigerjahren ist Heiko Zolchow Teil der Ost-Berliner alternativen Künstlerszene, jung verheiratet, bald zweifacher Vater. Doch er fühlt sich zunehmend zu Männern hingezogen. Seine Frau Sabine lässt sich auf dieses Beziehungsmodell ein, denn sie weiß, dass Heiko sie weiterhin liebt und die Nächte bei ihr und den Kindern verbringen wird. Das ändert sich erst, als er den Schauspieler Dirk Nawrocki kennenlernt. Der junge Mann mit dem wuscheligen Lockenkopf und der unangepasste, charismatische Künstler bilden, wie man heute vielleicht sagen würde, ein Power Couple. Ihre Wohnung wird zum Treffpunkt der Boheme und der schwulen Szene. Das bleibt auch den Behörden nicht verborgen. Aber auch als unangepasster Theatermacher gerät Zolchow in deren Visier, arbeitet er doch mit dem bereits in die Provinz nach Anklam strafversetzten Regisseur Frank Castorf zusammen. Weil sie in der DDR für sich keine Zukunft sehen, stellen Zolchow und Nawrocki einen Ausreiseantrag – der zu ihrer Überraschung bereits nach einem Jahr bewilligt wird. „Homos!“ hatte man handschriftlich auf ihren Unterlagen vermerkt.
