Mit ihrem Transsein hat Susanne nie hinterm Berg gehalten, im Gegenteil. Sie erzählte einmal, dass sie zwar früh spürte, „anders“ zu sein als andere Menschen, jedoch für dieses Anderssein nicht einmal ein Wort hatte. In den frühen 1980er-Jahren unterzog sie sich geschlechtsangleichenden Operationen und war spätestens seitdem eine treibende Kraft in der Trans-Selbsthilfe. Auch im Landesverband der niedersächsische AIDS-Hilfe hat sie das Thema vorangetrieben. Susanne gründete und leitete Gruppen wie die Selbsthilfegruppe „Seitenwechsel“ und war so für viele Menschen, die sich selbst und ihre Umwelt als widersprüchlich oder ablehnend erlebten, ein sicherer Ankerpunkt. Für dieses Engagement ist sie mit der „Goldmarie“, dem niedersächsischen Preis für queeres Ehrenamt, ausgezeichnet worden. Wahrscheinlich, weil Susanne ihr Transsein so selbstverständlich gelebt hat und Menschen auch immer wieder die Möglichkeit gab, darüber zu sprechen, hat sie statt Ablehnung viel Akzeptanz erfahren.

