Durch die Verschreibung von medizinischem Kokain domestiziert die Genfer Regierung nun eine Substanz, die zuvor ausschließlich in der Schattenwirtschaft zu finden war. Zullino, der vor über drei Jahrzehnten an der Entwicklung der heroingestützten Behandlung beteiligt gewesen war, wendet den Pragmatismus des Vier-Säulen-Modells nun auf Kokain an, ohne dabei zu beschönigen. „Kokain ist immer ungesund“, sagt er. Die größte Gefahr liege in der Vasokonstriktion, der Verengung kleiner Arterien. Die Therapie in Genf ziele nicht darauf ab, Kokain harmlos zu machen, sagt er, sondern darauf, seine Risiken überschaubar.
