Anfang der Neunzigerjahre musste ich gleich mehrfach wegen aidsbedingter Erkrankungen ins Krankenhaus. 1994 hatte ich deshalb meine berufliche Karriere als Tänzer und Kunst- und Kulturmanager beendet. Einmal hätte ich es fast nicht mehr geschafft, lag zeitweilig im Koma und war dem Tod bereits nah. Diese Krankheiten hatte ich zwar überwunden, aber ich war mir bewusst, dass ich jederzeit sterben könnte. Mein Gesundheitszustand war insgesamt stabil, das Immunsystem jedoch sehr angeschlagen und ich wurde immer schwächer. Ich habe deshalb begonnen, meine Beerdigung zu planen: das Foto, das für die Trauerkarte verwendet werden, die Musik, die bei der Feier gespielt werden sollte. Auch den Grabstein, eine Skulptur, und mein Leichentuch nahm ich in Angriff. Im Frühjahr 1996 hatte ich deshalb beschlossen, die Feier meines 46. Geburtstag, der eigentlich erst im September bevorstand, vorzuziehen. Ich wollte mir wichtige Menschen zu einem Abschiedstee einladen, solange es mir noch halbwegs gut ging, und nicht erst dann, wenn ich im Sterben liegen und alle weinend am Bett stehen würden.